Tagung „Landschaft entwickeln“
Freitag, 30. September 2011
im Kulturhaus Schluderns, 9.00-17.00 Uhr
Detailliertes Programm:
9.00 Uhr Pala-Pirn Frühstück
10.00 Uhr Begrüßung
durch Landesrat Michl Laimer , Bürgermeister Erwin Wegmann und Präsident des
Vintschger Museums Kristian Klotz
10.30 -11.15 Uhr
"Vom Arkadischen zum Nüchternen – die schöne Landschaft im Wandel"
Der Schönheitsbegriff wird im Tourismus viel beschworen, doch was ist eigentlich eine schöne Landschaft?
Worauf beruht unsere Bewertung des landschaftlichen Schönen?
Raimund Rodewald, Dr. phil. Biol., wurde am 5. Juni 1959 in Schaffhausen SH geboren. Nach den üblichen
Schulen in Schaffhausen absolvierte er ein Studium in Biologie an der Universität Zürich und promovierte 1990
in Pflanzenbiologie. 1989 erlangte er das Diplom für das höhere Lehramt. Im Januar 1990 trat er die vollzeitige
Stelle eines wissenschaftlichen Mitarbeiters bei der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz (SL) in Bern an, deren
Leitung er seit 1992 innehat. Seit 2006 ist er Gastdozent für Landschaftsästhetik am Institut für Natur-,
Landschafts- und Umweltschutz (NLU) der Universität Basel. Neben seiner Expertentätigkeit in zahlreichen
Kommissionen und Arbeitsgruppen, der Leitung, Betreuung und Begutachtung von wissenschaftlichen Arbeiten
und seiner regen Publikationstätigkeit führte Raimund Rodewald die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz (SL)
zu einer breit anerkannten Institution. Seit 2002 leitet er verschiedene Forschungsprojekte, so im Rahmen des
NFP 48 und NFP 61. Raimund Rodewald erhielt im November 2008 den Ehrendoktor der juristischen Fakultät der
Universität Basel. Seit 2008 präsidiert er die AG Recht der Umweltverbände sowie ab 2010 den Verein
Philosophietage Biel/Bienne.
Buchveröffentlichungen: Sehnsucht Landschaft – Landschaftsgestaltung unter ästhetischem
Gesichtspunkt (1999/2001); Institutionelle Regime für nachhaltige Landschaftsentwicklung (2005),
Flurbewässerung im Münstertal (2009)
11.30-12.15 Uhr
„Der Etschdialog“
Zentrales Ziel des Projektes Etschdialog ist die nachhaltige Entwicklung der Talsohle der Etsch von Mals bis Laas.
Unter Berücksichtigung der verschiedenen Interessen, welche in diesem Raum zusammenspielen. Diese Vision
ist in einem gemeinsamen Leitbild niedergeschrieben und davon abgeleitet, werden Maßnahmen zum
Hochwasserschutz, zum Umweltschutz und zur Raumentwicklung umgesetzt. Diese Maßnahmen werden
mit Entscheidungsträgern und der Bevölkerung abgestimmt um zum einen eine optimale Sicherheit für
Wohn- und Produktionsgebiete zu erreichen, und zum anderen aber auch den ökologischen Zustand
des Flussraumes zu erhalten und zu verbessern.
Dr. Rudolf Pollinger (geboren in Bozen am 23.06.1957)
-1984: Doktorat in Forstwissenschaften in Padua
-Januar 1985: Aufnahme als Forstinspektor bei der Abteilung Wasserschutzbauten, Amt für Wildbach-
und Lawinenverbauung Nord (Eisacktal, Sarntal) (damals war Dr. Heinrich Winkler Amtsdirektor)
-1989 bis 1997: Amtsdirektor für Wildbach- und Lawinenverbauung West (Vinschgau)
-Mai 1997: Ernennung zum geschäftsführenden bzw. stellvertretenden Abteilungsdirektor Wasserschutzbauten
-01.10.2001: endgültige Ernennung zum Abteilungsdirektor
Moderation: Margit Schweigkofler
12.30-13.45 Uhr Mittagsbuffet
mit biologischen und regionalen Produkten
13.45-14.30 Uhr
„Adam & Epfl“
Die kulturelle Auseinandersetzung mit den eigenen Qualitäten und Ressourcen ist die Basis für
eine nachhaltige und ganzheitliche Entwicklung im ländlichen Raum. Zusammenhänge von
Kulturarbeit und Kulturlandschaft an konkreten Beispielen.
Konrad Meßner, Kulturwirt und Erwachsenenbildner
aufgewachsen in Brixen, Studienjahre in Wien und Innsbruck, Weiterbildungen in Innsbruck,
Zürich, St. Gallen und Basel, mit drei Lehrmeistern in Freundschaft verbunden,
seit 1991 freischaffend, lebhaft in Mals
“Es geht nicht um das, was ich tue, sondern darum, was mit mir passiert, dadurch dass ich es tue.“
www.ortler.com
www.raetia.net
www.kairos.cd
14.45-15.30 Uhr
"Menschen prägen Landschaften - Die Entwicklung der Südtiroler Kulturlandschaft
seit 1950 unter besonderer Berücksichtigung der Gemeinden Mals und Naturns"
Menschen prägen Landschaften und verändern diese auch. Dies kann auch an Südtirols Kulturlandschaft
nachvollzogen werden. Vor allem in den letzten Jahrzehnten konnte ein erheblicher Wandel der
Kulturlandschaft festgestellt werden. Dabei sind zahlreiche Kulturlandschaftselemente, die
durch die jahrhundertelange Bewirtschaftung entstanden sind, verdrängt und gleichzeitig auch
neue prägende Kulturlandschaftselemente geschaffen worden. Die Entwicklung der Kulturlandschaft
seit 1950 wird in den Gemeinden Mals und Naturns durch Bildvergleiche, kartographische Auswertungen
und statistischen Auswertungen näher beleuchtet.
Christine Wanker, Studium der Geographie an der Universität Innsbruck. Abschluss im Jahr 2006.
2007-2010: Forschungsprojekt zum Kulturlandschaftswandel in Südtirol seit 1950 am Institut für
Geographie der Universität Innsbruck. Die Finanzierung erfolgte durch die Abteilung Natur und
Landschaft der Autonomen Provinz Bozen Südtirol. Zur Zeit schreibe ich zu diesem Thema meine
Dissertation. Neben dem Wandel fließt auch die Wahrnehmung des Kulturlandschaftswandels ein,
die im Zuge einer Befragung erhoben wurde. Seit 2005 zudem: einige Stunden
Wirtschaftsgeographie-Unterricht an der HOB St.Ulrich. Seit Januar 2011:
zwei Tage pro Woche bei Abenis Alpinexpert GmbH.
16.00-16.45 Derungs
15.45-16.30 Uhr
„Landschaftsmythologie – Aspekte der Anthropologie der
Landschaft im europäisch-alpinen Kulturraum“
Auch in Europa existiert eine Art Gegenwelt, die noch nicht vom Trennungsdenken der Neuzeit
ergriffen ist. Diese Gegenwelt wird meistens verkannt oder sie bleibt "unsichtbar". Dennoch handelt
es sich um Spuren einer animistischen Naturphilosophie, deren Prinzip die Allverbundenheit ist.
Diese "Anderswelt" finden wir in der Kulturgeschichte, im Jahresbrauchtum, in der Oral Tradition
und in der Landschaft, um nur einige Wissensgebiete zu nennen. Es geht bei meinem Thema zu
zeigen, dass die animistischen, totemistischen, schamanischen und matriarchalen Traditionen
eine substanzielle Zweite Kultur bilden, obwohl sie verkappt und fragmentiert sind. Diese
Naturphilosophie möchte ich ins Bewusstsein rücken.
Dr. phil. Kurt Derungs ist Ethnologe, Germanist, Dozent an der Hochschule der Künste und
Leiter der Akademie der Landschaft. Seine Jugendzeit verbrachte er im Alpenrheintal, heute
lebt er in Bern und Solothurn. Er ist ein profunder Kenner alpiner Traditionen und europäischer
Kulturanthropologie. Sagen, Mythen und frühgeschichtliche Orte faszinieren ihn seit seinen
Studienjahren. Er ist Begründer der Landschaftsmythologie, die er in zahlreichen Büchern,
Seminaren und Vorträgen vermittelt. Er bietet geführte Studienreisen an, ebenso Beratungen
im Kulturtourismus. (www.derungs.org)
Moderation: Peter Kasal
Begleitausstellung
von Christine Wanker "Kulturlandschaftswandel in Südtirol seit 1950"